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Pastoralverbund
Dortmund Mitte-Ost

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44141 Dortmund
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An(ge)dacht - 19. Mai 2019

 

Liebe Christinnen und Christen,

wir stehen vor dem 5. Ostersonntag, und treten schon wieder ein in eine Zielgerade: Das Hochfest Christi Himmelfahrt. Jesus verlässt anscheinend die Welt, um ganz in den Ursprung einzugehen. Es spricht von Abschied. Aber das ist die Botschaft: Nicht im Abschied hängen bleiben, sondern neu anfangen.

Nicht in die Leere blicken, sondern Menschen in den Blick nehmen.

Nicht einfach auf der Stelle treten, sondern mutig mitten in der Welt sein. Aus der Taufe leben und die Liebe wertschätzen in guten Taten.

Nicht den vermissen, der nicht zu sehen ist, sondern vertrauen, dass er immer bei uns sein wird - auf seine Weise - in der Kraft des Heiligen Geistes. Diesem Geist immer neu Raum geben.

Wir halten also fest: An Christi Himmelfahrt geht es um uns und unsere Welt. Sie ist das Ziel dieses Festes. Also hin zu den Menschen. Um ihnen eine Ahnung vom Himmel zu geben. Dies geschieht, indem wir ihnen vom Evangelium erzählen - mit Worten und Taten.

Himmel wird es dort, wo sich Menschen angesehen und respektiert fühlen.

Himmel wird es dort, wo Menschen Zeit füreinander haben;  sich gegenseitig helfen, sich trösten und einander ermutigen.

Himmel wird es in der Gemeinschaft, in der Liebe und wo so die Gemeinschaft erfahrbar wird.

Himmel wird es dort, wo wir uns nicht schämen von Gott zu erzählen, von unserer ganz eigenen Lebensgeschichte mit ihm. So erzählen, dass sich Menschen eingeladen fühlen, sich auf Gott einzulassen.

(Text in Anlehnung an Michael Tielmann)

 

Klaus Korfmacher, Pfarrer

 

Diakonisch Kirche sein

Zweiter Meilensteintag zum Thema „Caritas & Weltverantwortung"

Am 4. Mai 2019 hat auf dem Weg zur Pastoralvereinbarung im Pastoralen Raum Dortmund-Mitte der 2. Meilensteintag stattgefunden. Welchen Nöten begegnen wir in unserer Stadt? Woran leidet die Welt? Und wie gehen wir als Kirche mit diesen Nöten und Verletzungen um?

Der Ratssaal der Stadt Dortmund bot den über 50 Vertreterinnen und Vertretern der Gemeinden und Einrichtungen des Pastoralen Raumes Dortmund-Mitte einen guten Ort, sich über die Nöte von Mensch und Welt auszutauschen. Ulrich Langhorst kommentierte als stellvertretender Vorsitzender des Ausschusses für Soziales, Arbeit und Gesundheit die soziale Lage der Stadt und stellte dazu aktuelle Zahlen des Sozialberichts vor. Eine Zahl, die viele Anwesende überraschte: 49% Prozent der Haushalte der Stadt sind

Einpersonenhaushalte. Trotz einer steigenden Anzahl an Erwerbstätigen bleibt jeder 6. Dortmunder von sozialen Transferleistungen abhängig.
Alarmierend dabei der Anteil der Kinder: 30% der unter 15-Jährigen sind auf Sozialgeld angewiesen.

Vertreter und Vertreterinnen verschiedener Einrichtungen, Initiativen und Gruppierungen stellten im Anschluss Beispiele diakonischen Handelns vor: Brigitte Duve vom Fachdienst Caritas-Koordination informierte über das vielfältige ehrenamtliche Engagement in caritativen Feldern der Gemeinden. Claudia Vogel berichtete als Leiterin der Übergangseinrichtung für Flüchtlinge „Am Ostpark" von zahlreichen Hilfsangeboten im Bereich der Flüchtlingshilfe. Vom Dienst an Menschen, die in Dortmund auf der Straße leben, erzählten Katrin Lauterborn von der ökumenischen Wohnungslosen-Initiative „Gasthaus statt Bank" und Pfarrer Michael Vogt von der Initiative „Wärmebus". Bruder Augustinus, als Leiter der Franziskaner Mission, lenkte den Blick auf die „fernen" Nächsten der Einen-Welt und damit auf den großen Bereich der Weltverantwortung.

Verschiedene Arbeitsgruppen konkretisierten das Handlungsfeld „Caritas und Welterfahrung" mit ihren persönlichen Erfahrungen vor dem Hintergrund ihres kirchlichen Engagements und äußerten Wünsche für die zukünftige Ausrichtung des diakonischen Handelns im Pastoralen Raum Dortmund Mitte: Neben einer Stärkung der Vernetzung verschiedener Hilfsangebote und einer verbesserten Informations- und Öffentlichkeitsarbeit ist hier auch eine Stärkung im Themenfeld der Nachhaltigkeit gewünscht.

Wesentliche Erkenntnisse des Meilensteintages fließen in die Pastoralvereinbarung ein, die im Zuge der Errichtung des Pastoralen Raumes Dortmund-Mitte zu erstellen ist und gemeinsam mit den Gremien erarbeitet wird. Der nächste Meilensteintag findet am 28. September 2019 im Forum des Mallinckrodt-Gymnasiums statt und widmet sich dem Themenkomplex „Evangelisierung – Lernen, aus der Taufberufung zu leben".

An(ge)dacht - 4. Mai 2019

Sieger Köder, Ostermorgen am SeeLiebe Brüder und Schwestern!

Am Dritten Ostersonntag heißt im Johannes-Evangelium:
„Als es schon Morgen wurde, stand Jesus am Ufer." (Joh 21, 4)
Jesus stand nicht nur damals am Ufer, sondern er steht auch an den Ufern unseres Lebens. Sehr eindrucksvoll hat der verstorbene Priester
Hermann Josef COENEN in einem Text ausdrückt:

„Wenn wir am Ende sind mit unsrer Kraft, mit unsrer Hoffnung, daß ein neuer Morgen kommt, wenn wir enttäuscht die Hände sinken lassen und meinen, alle Mühe war vergebens, wenn unsre Netze leer sind, leer wie unsre Hände, dann stehst du, Herr, am Ufer.

Wenn etwas uns gelingt, womit wir nicht gerechnet, wenn etwas uns geschenkt wird, unverdient, wenn es so viele Gründe gibt zum
Danke-sagen, dann stehst du, Herr, am Ufer.

Wenn wir an Menschen denken, die der Hunger quält, denen der Reis fehlt und der Fisch, ihr täglich Brot, wenn wir an jene denken, die nach Liebe hungern, nach Anerkennung, Zärtlichkeit, Gerechtigkeit, wenn wir an unsre eigene unerfüllte Sehnsucht denken, dann stehst du, Herr, am Ufer.

Wenn uns die Schuld bedrückt, weil wir verleugnet haben und verraten oder einfach nur vergessen, wenn uns ein Name einfällt, den wir schwer enttäuscht, den wir zu wenig liebten, dem wir Unrecht taten, wenn wir uns fragen, ob wir dich wohl lieben, Gott, dann stehst du, Herr, am Ufer.

Wenn wir zurück an unsre Jugend denken, an unsre Pläne, die Begeisterung, den Schwung von einst, wenn wir uns heute sehen und bedenken, was denn die Früchte sind aus allen diesen Knospen, wenn wir versuchen, mühsam das zu lernen jetzt: mich führen lassen, wohin ich nicht will, und trotzdem dieser Führung zu vertrauen, dann stehst du, Herr, am Ufer.

Wenn wir uns sammeln jetzt um einen schlichten Tisch, auf dem nichts steht als etwas Brot und Wein, ein Bissen nur, ein Schluck zum Überleben, wenn wir das alles, was sich angesammelt hat in uns an Hoffnung und Enttäuschung der vergangenen Woche, zusammenfassen in die knappe Bitte: "Herr, bleibe bei uns!" – jetzt in dieser Stunde, und gleich, wenn wir hinausgehn, und morgen, wenn der graue Alltag wieder kommt, dann stehst du, Herr, am Ufer. AMEN."

Möge der HERR, immer an den Ufern unseres Lebens stehen und immer bei uns bleiben.

Norbert HAGEMEISTER, Pastor

Copyright Bild: Sieger Köder; Ostermorgen am See

   

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