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Pastoralverbund
Dortmund Mitte-Ost

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An(ge)dacht - 03. März 2019

Mensch, wo bist du?

„(…)Als sie an den Schritten hörten, dass sich Gott, der HERR, beim Tagwind im Garten erging, versteckten sich der Mensch und seine Frau vor Gott, dem HERRN, inmitten der Bäume des Gartens. Aber Gott, der HERR, rief nach dem Menschen und sprach zu ihm: Wo bist du? (…)“

Liebe Gemeinde,

fallen Ihnen auch Momente ein, in denen Sie am liebsten in den Boden versunken wären? Vielleicht, weil Ihnen etwas Peinliches widerfahren ist oder Sie sich für etwas schämten? Schon die ersten Menschen in der Bibel kannten diese Scham. Als sie vom Baum der Erkenntnis aßen wurde ihnen bewusst, dass sie nackt sind. Sie schämten sich dafür und versuchten sich mit Blättern zu bedecken. Sie wurden sich bewusst, dass sie etwas getan hatten, was sie nicht hätten tun sollen.

Diese Erkenntnis traf Adam und Eva mit voller Wucht. Doch wie sollte es nun weitergehen? Sich auf Dauer zu verstecken bietet nun wahrlich keine Lösung. Gott ist es, der uns hier einen Weg zeigt. Er ruft uns immer wieder aus unserem Versteck! „Mensch, wo bist du?“ Was für eine Frage! Gott ruft nicht: „Was hast du getan? Was hast du dir dabei gedacht?“

Sondern er wendet sich den beiden liebevoll zu. Adam und Eva folgen diesem Aufruf und zeigen sich Gott mit all ihren Fehlern und in all ihrer Nacktheit. Wenn Gott uns ruft, ist es uns möglich aus unserem Versteck herauszutreten. Egal was wir getan haben, egal wie unvollkommen wir sind, egal welche Fehler wir begangen haben. Wir dürfen uns nackt vor ihn stellen und sagen: „Hier bin ich!“ Gott geht uns nach, weil er uns liebt.

Gott sehnt sich nach uns Menschen. Er sucht uns. Wir haben die Aufgabe, uns diesem Ruf zu stellen und uns herausfordern und auffordern zu lassen.

„Mensch wo bist du?“ ist das Thema des Hungertuches. Der Künstler

Uwe Appold ließ sich dabei von der Enzyklika „Laudato Si“, der zweiten Enzyklika von Papst Franziskus aus dem Jahr 2015, inspirieren. Das Werk enthält Erde aus Jerusalem, die den goldenen Ring und das „gemeinsame Haus“ mit der offenen Tür trägt. Das Hungertuch fordert uns heraus:

„Wo bist du? Wofür stehst du auf? Wer bist du?“ Eine Standortbestimmung. Eine Neuausrichtung. Eine Frage, die in den Kern der Verantwortung eines jeden Menschen zielt.

Im Zentrum dabei steht die Zusage Gottes, dass seine Liebe uns mitten hineinholt. Wir müssen es nur zulassen!

Herzlichst Ihre

Janine Hellbach

 

 

An(ge)dacht - 17. Februar 2019

 

Liebe Brüder und Schwestern!

Unpassender könnte es gar nicht sein. Bald wird in unseren Gemeinden Karneval gefeiert - ja fast alle Welt ist ausgelassen und feiert. Im Evangelium des 6. Sonntages im Jahreskreis heißt es: „Weh Euch, die Ihr jetzt lacht, denn Ihr werdet klagen und weinen!“

Als ob man uns den Spaß verderben wollte! Als würde man uns das bisschen Freude und ein wenig Ausgelassenheit im vereinzelten tristen Alltag einfach nicht gönnen.

Man könnte leicht daraus folgen: „LACHEN VERBOTEN!“ Aber ist das wirklich so???

Als ob Jesus etwas dagegen hätte, dass Menschen ausgelassen feiern, sich freuen, fröhlich und glücklich sind. Sein erstes Wunder fand auf einer Hochzeit statt, auf einem Fest, auf einer Feier, die in aller Regel absolut nichts Trauriges an sich hat. Dort sorgt er sich ausgerechnet für den Wein, für ein Getränk, das normalerweise dafür verantwortlich ist, dass solch ein Fest im Verlauf des Abends nur noch ausgelassener wird.

Es ist keineswegs verboten zu lachen und sich zu freuen. Aber man sollte bedenken, dass alles seine Zeit hat. Das lesen wir im dritten Kapitel des Buches Kohelet in der Bibel. Auch das Lachen und das Weinen hat seine Zeit und auch die Klage und der Tanz (vgl. Koh 3, 4). Es gibt nicht nur Freude und Fröhlichkeit, sondern eben auch Trauer und Klage. Beides gehört dazu. Manchmal ist es ganz dicht beieinander. Paulus schreibt an die Römer, aber auch an uns:

„Freut euch mit den Fröhlichen und weint mit den Weinenden.“

(Röm 12,13).

In der vierten Strophe des Liedes: „Komm, Herr, segne uns“ (GL 451) heißt es:

Komm, Herr, segne uns, / dass wir uns nicht trennen, /
sondern überall / uns zu dir bekennen. /
Nie sind wir allein, / stets sind wir die Deinen. /
Lachen oder Weinen / wird gesegnet sein.

Egal ob es uns nach Lachen oder nach Weinen zumute ist,

Gott ist bei uns.

Norbert Hagemeister, Pastor

 

 

An(ge)dacht - 19. Januar 2019

Liebe Gemeinden,

mein Name ist Christian Fricke, bin 41 Jahre alt und komme aus Dortmund.

Ich bin verheiratet und Vater einer 13 jährigen Tochter.

Nach Abschluss meines Studiums der Sozialwissenschaften und der Sozialpädagogik war ich in den letzten Jahren in unterschiedlichen beruflichen Arbeitsfeldern tätig und habe so beispielsweise in verschiedenen Projekten zur Sozialraumarbeit / Sozialraumforschung als auch in der Kommunalverwaltung (Kinder- u. Jugendhilfe) in Köln sowie dem Ruhrgebiet gewirkt.

Gegenwärtig interessiere ich mich dafür, die Strukturen der Katholischen Kirche näher kennenzulernen und trage mich mit dem Gedanken den Beruf des Gemeindereferenten zu ergreifen. Aufgrund dessen absolviere ich seit Anfang Januar 2019 ein studienvorbereitendes Praktikum im Pastoralen Raum Dortmund-Mitte.

Ich bedanke mich beim pastoralen Team um Hr. Pfr. Dr. Korfmacher für die Gelegenheit, dieses Praktikum absolvieren zu können; ich bin gespannt darauf den Pastoralverbund Dortmund-Mitte-Ost mit seinen Gemeinden  St. Liborius, St. Martin  und St. Meinolfus sowie seinen Gemeindemitgliedern kennenzulernen.

Ich freue mich auf konstruktive Gespräche mit Ihnen.

In diesem Sinne schließe ich und sage: Bis bald!

Herzliche Grüße,

Christian Fricke

An(ge)dacht - 05. Januar 2019

Liebe Christinnen und Christen,

„...zogen sie auf einem anderen Weg heim in ihr Land.“

Dieser letzte Halbsatz ist von Gewicht. Im Evangelium drückt er aus, dass die Sterndeuter auf dem Heimweg Herodes dem Großen (+ 4 n. Chr.) aus dem Weg gingen, um ihn nicht auf die Spur Jesu zu führen. So war ihnen von einem Engel gesagt.

Diesem Satz kommt eine übertragene Bedeutung zu. Zunächst sagt er aus, dass die Sterndeuter in ihre Heimat zurückkehren. Sie steigen nicht aus. Der Alltag gehört zu ihnen.

Allerdings lassen sie sich verändert auf den Alltag ein. Ihre Suche nach dem Kind - in dem Gott Mensch wurde - war kein Event, kein aus dem Leben herausgerissenes Ereignis, sondern eine Etappe ihres Lebensweges.

Das Ziel war die Begegnung mit dem Kind im Krippenstall, doch zum Aufbrechen gehört auch das Heimkehren: anders heimkehren, als sie aufgebrochen sind.

Die drei Sterndeuter, die aufgebrochen sind, haben Vieles zurückgelassen. Allerdings die Zuhausegebliebenen nicht vergessen, sondern sie haben erzählt, was sie erlebt haben und wer ihnen wie begegnete - zuletzt: Gott in einem Kind. So wurden sie Zeugen des einmalig Geschehenen, damals in Bethlehem.

Aufgebrochen mit dem Stern vor Augen - ein großes kosmisches Ereignis; sie kehren heim mit dem Blick für Kleine, das vermeintlich Unbedeutende.

Sie kehren heim mit dem Bild eines Kindes im Herzen. Freuen wir uns, wenn die Sterndeuter heute vor unserer Tür stehen und singen vom Geheimnis Gottes im Kind.

Ihr Klaus Korfmacher, Pfarrer 

   

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