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Pastoralverbund
Dortmund Mitte-Ost

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An(ge)dacht - 15. Juli 2018

Liebe Gemeinde,

nun beginnt die Ferienzeit. Viele haben Reisen gebucht und die Vorfreude ist groß. Do woraus freuen wir uns eigentlich? Sommer, Sonne, Eiscreme, Strand? Ausspannen und die Hektik des Alltags vergessen? Welchen Stellenwert hat Urlaub und Erholung? Viele Chefs sagen: Damit man wieder fit für die Arbeit wird! Jugendliche sagen vielleicht: Damit wir einmal richtig Party machen können! Ältere sagen: Urlaub ist Ablenkung und Zerstreuung, damit man mal was anderes sieht!

Was sagt das Evangelium zum Thema Urlaub? Vielleicht klänge es wohl so: Damit ihr euch nicht selber verliert, in der Arbeit im hektischem Alltag. Nicht Zerstreuung, sondern die Sammlung des Geistes würde hier im Vordergrund stehen. Ja, wir sind Urlaubsreif, aber sind wir auch reif für den Urlaub?

Urlaub, das ist keine Flucht aus dem Alltag. Es ist vielmehr ein Gegengewicht. Wenn ich im Alltag viel mit Terminen und strukturierter Planung zu tun habe, dann brauche ich in den Ferien spontane Aktionen. Wenn ich viel mit Menschen zu tun habe, dann suche ich eventuell die Ruhe und die Einsamkeit zur Besinnung. Wenn ich sonst immer alleine bin, dann tut mir die Nähe von Menschen gut.

Alltag und Urlaub sind somit für mich zwei Bereiche die zusammengehören. Zwei Bereiche, die uns von Gott vorgegeben sind. Denn in sechs Tagen erschuf Gott die Welt und am siebten ruhte er. Urlaub, das ist die Zeit der Muße, die Kunst der Einkehr bei uns selbst. So können wir Gott einen freien Raum in unserem Leben schaffen. So können wir hören, was er uns in unseren Herzen sagen möchte.

Bernhard von Clairvaux, einer der bedeutendsten Mönche des Zistersienserordens drückte es einmal so aus: "(...) Wenn du allen gehörst, nur nicht dir selbst, werden deine Werke auf Dauer keine Früchte tragen. Du darfst nicht nur in die Welt ausziehen - du musst auch regelmäßig zu dir selbst zurückkehren. (...)"

In diesem Sinne wünsche ich uns allen eine schöne und besinnliche Urlaubszeit!

Herzlichst
Ihre Janine Hellbach

 

An(ge)dacht - 17. Juni 2018

Liebe Schwestern und Brüder in Christus,

dieser Sonntag zählt als 11. Sonntag im Jahreskreis. Der kommende Sonntag (24.06.) ist der Geburtstag Johannes des Täufers. Am 29.06. ist das Fest der Apostel Petrus und Paulus. Der 01.07. zählt dann den 13. Sonntag im Jahreskreis.

Diese Wochen sind für Fußballbegeisterte Hochfestzeit: Fußballspiele der Weltklasse - auch unsere Nationalmannschaft ist in Russland dabei.

Die Botschaft der Sonntage, die kirchliche Verkündigung bleibt schlichter. Gleichnisse werden uns mitgeteilt. Gleichnisse sind Sinnbilder. Sinnbilder sind Bilder, deren Sinn sich erst nach einer kleinen oder manchmal langen Weile erschießen. Das bedeutet geistliche Arbeit und Offenheit für das Bild. Hier tut sich unter Umständen ein Problem heute auf, denn Menschen - Bilderübersättigt - erwarten von etwas ein schnelles, ja sofortiges Verstehen. Das Bild übermittelt seine Botschaft sinnlich. Ich sehe etwas und will sofort verstehen und wissen: Wer? - Warum?

Manche Fernsehsendungen z. B. Brennpunkt im abendlichen Fernsehprogramm gibt vor, Antworten zu haben, Sieht man dann zu, kann es passieren Reporter zu sehen, die auch nicht wissen. Schon Tage danach ist die Dramatik des Augenblicks vergessen; späte Antworten werden kaum noch zur Kenntnis genommen.

Schnelles Verstehen wollen ist verständlich, aber oft wenig hilfreich.

Verstehen braucht Zeit. Auch die Sinnbilder, die Gleichnisse Jesu brauchen Zeit - Zeit, in denen die Inhalte wie hier buchstäblich wachsen können.

Erst Rest braucht das Reich Gottes Zeit. Was Zeit bedeutet wissen die Leite, die einen Garten haben. Sie kennen das eindrückliche Sinnbild:“ Salat wächst nicht schneller, wenn man daran zeiht.“ Nichts sollten wir erzwingen, aber wir sollten Mühe verwenden. Selbst wenn ich nicht mehr tun kann, können wir eines noch tun: die Freundlichkeit und Zuwendung bewahren.

Mit Gottes Hilfe. Das darf genügen in der Zeit.

Ihnen allen eine gute Zeit.

Ihr Klaus Korfmacher, Pfarrer

 

   

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